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Tafelinformationen Nr. 7

Seit der Gründung der Bonner Tafel vor 10 Jahren wurden Lebensmittel an private Haushalte, aber auch an karitative Einrichtungen abgegeben. Als Schlussfolgerung auf den 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (ARB 2005) haben wir bereits im Herbst 2005 verschiedene Maßnahmen getroffen, um besonders die Kinder und Jugendlichen in der Verteilung zu bevorzugen.

Etwa die Hälfte unserer Lebensmittel wird an private Haushalte weitergegeben. Dabei handelt es sich vor allem um Backwaren und Gemüse zum Kochen. Seit 2005 sind wir nicht mehr in der Lage, mit den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln alle Antragsteller zu bedienen. In der vom Vorstand erarbeiteten Prioritätenliste für die Vergabe von Berechtigungskarten stehen in erster Linie Behinderte sowie Familien und Alleinerziehende, die besonders von Armut betroffen sind. Bei der Lebensmittelausgabe werden sie zuerst bedient und haben dadurch eine reichere Auswahl, insbesondere bei den seltenen Milchprodukten. Nachdem unsere Kapazitäten fast erschöpft sind, werden wir bis auf weiteres neue Berechtigungskarten nur noch in Härtefällen ausstellen können.

Bei der Bonner Tafel sind momentan registriert:
Insgesamt ausgegebene Berechtigungskarten:      550 Haushalte
Davon durchschnittliche wöchentliche Abholung:     450 Haushalte
Davon Haushalte mit Kindern:                                 135 Haushalte mit 280 Kindern

Neben den privaten Haushalten beliefern wir wöchentlich 26 karitative Einrichtungen (z.B. Notunterkunft, Frauenhaus etc.). Seit 2006 haben wir unsere Prioritäten in die Belieferung von Kinder- und Jugendeinrichtungen in sozialen Brennpunkten gelegt. Durch das neue Konzept der „Offenen Ganztagesschulen“ wurden in diesem Jahr mehrere Schulen neu in unseren Verteiler aufgenommen.

Mittlerweile stehen 18 Kinder- und Jugendeinrichtungen an erster Stelle bei der Belieferung von Obst und Rohkost. Auch Säfte und Milchprodukte sind immer willkommen. Manche Einrichtungen nutzen die Lebensmittel der Bonner Tafel zur Erziehung für gesunde Ernährung. Einige ErzieherInnen berichten, dass die Kinder beim gemeinsamen Frühstück eifrig Gurken, Möhren oder Radieschen zurechtmachen. Das Obst der Saison findet als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit immer Anklang. Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen werden herzlich empfangen und können sich meist an Ort und Stelle davon überzeugen, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat. Gleichzeitig bietet die Belieferung von Kinder- und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Kinder aus benachteiligten Familien zu erreichen, bei denen Obst oder Gemüse nicht auf dem täglichen Speiseplan steht und deren Eltern nicht zu unserer privaten Lebensmittelausgabe kommen wollen oder können (siehe Anzahl der Haushalte mit Kindern in der privaten Verteilung).

 Belieferung von Kinder- und Jugendeinrichtungen Überblick August 2007

 7 Grund- und Hauptschulen                     650 Kinder/Jugendliche
     (Offene Ganztagesschulen/Übermittagbetreuung)
     Belieferung hauptsächlich mit Obst und Rohkost
     für Frühstück/Nachtisch/Imbiss
     Milchprodukte erwünscht

 6 Jugendzentren und Spielhäuser             450 Kinder/Jugendliche
     Belieferung mit Obst und Rohkost,
     Backwaren und Milchprodukte (Priorität)
     davon 4 Einrichtungen mit Gemüse (Kochkiste)

 5 Kindertagesstätten                                     350 Kinder
     Ergänzung des Mittagstisches durch Obst und
     Milchprodukte (Nachtisch) sowie Rohkost für Frühstück

 18 Einrichtungen mit 1450 Kinder/Jugendlichen

Grundsätzlich haben die Kinder- und Jugendeinrichtungen Vorrang bei wertvollen Milchprodukten. Leider können wir die Nachfrage meistens nicht befriedigen, da lediglich ein Großhändler uns sporadisch Überschüsse in größeren Mengen anbietet. Durch die Zusammenarbeit mit der Kölner Tafel ergeben sich hin und wieder Abholungen beim Hersteller Campina. Auch bei der Lebensmittelbank Aachen, die uns freundlicherweise bei überregionalen Überschüssen anruft, erfolgt öfters die Abholung zu einem Zeitpunkt, bei dem die meisten Einrichtungen geschlossen haben. Um die Kühlkette nicht zu unterbrechen, wäre die Anschaffung einer Kühlzelle zweckmäßig, besonders auch um Obst- oder Gemüseüberschüsse über das Wochenende lagern zu können.

Trotz unserer beiden Vereinsfahrzeuge kommt es immer wieder zu Engpässen bei der Abholung von Lebensmitteln. Unverhofft große Mengen an Obst oder Gemüse im Großmarkt können manchmal nicht vollständig abgeräumt werden, da beide Fahrzeuge für regelmäßige Touren im Einsatz sind. Um durch weitere Sondertouren eine bessere Versorgung unserer Abnehmer zu ermöglichen, erwägen wir den Kauf eines dritten Transporters.

Bonn, den 04.09.2007
Edith Trittler
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied